Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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auf der Bühne ſuchen ſollte— und ſo war ſie Schau⸗ ſpielerin geworden.

Der Abend war verſtrichen und ſchon glänzten die Sandwege des Gartens und der weiße Anſtrich des Hauſes im Mondenſchein. Ich ſtand auf, um zu gehen. Und da Laura ihr Nähetui ordnete und die Arbeit, mit der ſie ſich beſchäftigt hatte, zuſammenlegte und über den Arm nahm, ſo blieb Bollhorn nichts anderes übrig, als meinem Bei⸗ ſpiele zu folgen und ſich ebenfalls zu entfernen.

Er ging voraus. Laura begleitete mich bis vor die Thür. Ich reichte ihr die Hand, um ihr gute Nacht zu wünſchen und gewann es nicht über mich, ihre kleine, warme Hand los zu laſſen, ſo lange ich noch mit ihr ſprach.

Sie bat mich, bald wieder zu kommen— ja recht bald— und recht oft.

„Fräulein Laura,“ ſagte ich, ehe ich ging, und wagte es, ihre Hand etwas feſter zu drücken,„Sie wollen fort von hier? Ich weiß es, Sie wollen unſre Bühne, unſre Stadt verlaſſen, um irgend einem ehrenvollen Rufe in die Ferne zu folgen.“

Sie ſchwieg und ihre Augen ſchweiften träumeriſch zur Seite.

„Ihr Schweigen ſagt mir, daß es ſo iſt, wie ich fürchte. Sie wollen fort!— Warum wollen Sie uns verlaſſen?“