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vom Himmel verliehene Gabe, meine Gedanken, meine Anſichten und Beobachtungen in glatter Form zu Papier zu bringen. Nach einer der nächſten Theatervorſtellungen ſaß ich in meiner einſamen Kammer und ſchrieb beim düſter flackernden Lichte— eine Kritik, eine Recenſion, die ich Tags darauf einſiegelte und an die Redaction eines auch im weitern Umkreiſe der Stadt verbreiteten Lokal⸗ blattes einſandte. Mit Begierde erwartete ich jeden Morgen den Zeitungsmann, der das Blatt zu bringen pflegte. Meine Recenſion erſchien nicht; ſtatt ihrer aber fand ich in dem Briefkaſten, der in dem Blatte ſelbſt ent⸗ halten war, eine kurze Notiz, worin dem Einſender der mit X unterzeichneten Recenſion bedeutet wurde, daß man anonyme Beiträge nicht aufnähme. Das war wenigſtens beſſer als„abgelehnt.“ Meinen Namen und meine Adreſſe anzugeben, mich als den Lehrling meines Vetters zu legi⸗ timiren, das ſchien mir freilich bedenklich. Ich kam daher auf die Idee, dem Redacteur meinen perſönlichen Beſuch zu machen und auf dieſe Weiſe ſeine Bedenklichkeiten zu löſen. Der Redacteur freilich, ſagte ich mir in einem längern Selbſtgeſpräche, iſt ſelbſt Dichter und verſteht als ſolcher die Kunſt, die Menſchen nach gewiſſen Geſetzen zu beurtheilen. Ich dachte plötzlich an den kritiſchen Scharf⸗ blick eines Dichters, ich dachte an die Typenſammlung, die ein ſolcher zu beſitzen pflegt, um mit ihrer Hülfe ſeine


