Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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4— 58 den kahlen Kopf fuhr, als gälte es, zu beiden Seiten das Haar zu glätten.

„Gnädige Frau, ich bringe Gutes und Schlimmes“, ſagte Degenhaar in bewegtem Tone und ſchluckte zu Ende des Satzes ſo heftig, daß ſeine Vatermörder ſich empor⸗ ſträubten.

„Auch Schlimmes?“ fragte die Majorin.

„Das Gute iſt erſt halb reif, das Schlimme ganz“, fuhr Degenhaar fort,„doch hat das eine nichts mit dem andern zu thun.“

„Laſſen Sie das Gute zuerſt hören.“

Degenhaar bereitete ſich zum Sprechen, indem er ein paarmal den Hals verdrehte, als wolle er ſich erſt überzeugen, ob ſeine Kehle innerhalb der ſie umſchließen⸗ den Binde auch den nöthigen Spielraum habe. Dann begann er:

„Er iſt in Geldnoth.“ Bei dem Worte„er“ warf Degenhaar der Majorin aus ſeinem rothgeäderten Auge einen Blick zu, durch welchen der Schatten des Gemeinten zu huſchen ſchien. Zum Zeichen, daß ſie er⸗ kannt habe, nickte Adeline.

„Er trinkt und ſpielt“, fuhr Degenhaar fort,„und iſt ſehr herabgekommen.“

„Brauchen Sie Geld für ihn?“ fragte die Majorin „Jede Summe ſteht Ihnen zu Dienſten.“