Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Karl,„und wenn Sie ſich mir verſchuldet fühlen, ich ſtreiche meine Forderung.“

„Ich bin in der glücklichen Lage, Ihrer Großmuth nicht zu bedürfen“, ſagte Adeline mit einem gefaßten Lächeln.

Entſchloſſen nahm ſie ihm das Licht aus der Hand, und indem ſie damit über das Zimmer ſchwebte, leuchtete ſie mit einer Art begeiſterter Pietät überall umher. In einem der Fenſter hob ſich eine ſchwarze vieleckige Stelle ab, durch welche der Hauch der Nachtluft hereindrang; auf dem Fußboden lag ein Stein; die Zeiger einer verſtummten Uhr auf dem Tiſche wieſen auf eine ab⸗ gelaufene Stunde; ein aufgeſchlagenes Buch lag daneben; das einfache Bücherbret beherbergte in der alten Ord⸗ nung noch die alten ſchmuckloſen Bände; einzelne Klei⸗ dungsſtücke lagen und hingen umher. Hier war eine alte Ordnung mit der durch das Bewohntſein ſie durch⸗ kreuzenden Unordnung heilig aufbewahrt; ein dicker Staub bedeckte Alles, gleich dem vergilbenden Hauche der Zeit.

„Es geht die Sage“, ſprach Adeline,„dieſes Gemach ſei der Aufenthalt eines Geiſtes, und mich verlangte, dieſen Geiſt kennen zu lernen. Ich fand einen alten Bekannten. Es iſt Ihr alter Geiſt, der in dieſen Räumen fortlebt, wie Barbaroſſa im Kyffhäuſer.“

—