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Inzwiſchen ſtieg Karl die Treppe nach dem zweiten Stockwerk hinauf. Je höher er kam, deſto mehr dämpfte er ſeine Schritte, und als er den Corridor erreicht hatte, ſchlich er ſich leiſe und unhörbar bis an die Thür, denn es galt auf alle Fälle, einen unberufenen Eindringling zu überraſchen. Durch das Schlüſſelloch vermochte Karl nichts zu entdecken; daſſelbe war entweder verſtopft oder es ſtak von innen ein Schlüſſel. Im letztern Falle konnte es nur ein Nachſchlüſſel ſein, denn den richtigen trug Karl bei ſich. Er hielt das Ohr an die Thür ge⸗ lehnt und lauſchte eine Weile. Nichts ließ ſich vernehmen als von Zeit zu Zeit ein leiſes Knacken, ähnlich dem Seufzen eines hölzernen Tiſches unter einer Laſt, aber auch an das ſchläfrige Aufpraſſeln einer Flamme ge⸗ mahnend, die in ihrer erſten Entwicklung begriffen iſt. Leiſe öffnete Karl die Thür und unhörbar überſchritt er die Schwelle. Der Lichtſtrahl, der von der zur Rechten liegenden Wand ihm entgegendrang und mit dem Reflex ſeines eigenen Lichtes verſchwamm, blendete anfangs ſein Auge ſo vollſtändig, daß er nichts zu unterſcheiden ver⸗ mochte. Der Gegenſtand, welcher endlich aus den Licht⸗ wellen deutlich und beſtimmt hervortrat, war ein menſch⸗ liches Weſen, deſſen Situation ihn zur größten Vorſicht mahnte, wenn ein Unfall vermieden werden ſollte. Karl erblickte die Majorin von Achtern, auf einem Stuhle


