ins eeſte Stockwerk herabgezogen iſt, haben ſie in dem unbewohnten Gemach deutlich Schritte und Seufzer ver⸗ nommen. Der eine wie der andere iſt bereit, das heilige Abendmahl darauf zu nehmen, daß ſie weder ge⸗ träumt, noch ſich irgendwie getäuſcht haben.“
Zitternd umfaßte die Alte der Majorin beide Hände. „Wenn Sie darauf beſtehen, daß ich das Licht hole, gnädige Frau“, jammerte ſie,„ſo wollen Sie meinen Tod!“
Adeline blieb mehrere Sekunden unbeweglich und verharrte in Schweigen. Endlich wandte ſie ſich ent⸗ ſchloſſen um, ging feſten Schrittes den langen Corridor zurück und brachte das Licht, welches ſie der furchtſamen Frau mit einem verzeihenden Lächeln in die Hand gab.
Eines Abends— es war ſeit dieſem Vorgange vielleicht eine Woche verſtrichen— hatte der Doctor eine große Ge⸗ ſellſchaft geladen. Der Garten ſtrahlte in feenhafter Be⸗ leuchtung. Arle's Gäſte bewegten ſich bunt durcheinander. Sie ſaßen in geſelligem Geſpräch in den Lauben oder promenirten in den verſchlungenen Gängen. Einige, die das Zimmer vorzogen, hielten ſich in den Spielzimmern auf und andere vergnügten ſich im Salon mit Muſik und Geſang.
Es mochte gegen zehn Uhr ſein, und der Doctor applaudirte eben dem virtuoſen Vortrage einer Klavier⸗
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