Auge zu erreichen vermochte. Sie überzeugte ſich, daß die Thür wirklich verſchloſſen ſei, und kehrte dann an die Treppe zurück, wo die alte Haushälterin ihrer wartete. Adeline hatte, ſei es aus Vergeßlichkeit oder um die Alte für ihre Bequemlichkeit zu beſtrafen, das brennende Licht an der Thür jenes Zimmers ſtehen laſſen. Die Haushälterin erſchrak darüber und weigerte ſich, das Licht zu holen. Als die Majorin ſie ihres ſonderbaren Be⸗ nehmens wegen zur Rede ſtellte, gab ſie ſehr zerknirrſcht zur Antwort, daß ſie ſich unfähig fühle, ein heimliches Grauen vor dieſem Zimmer zu überwinden.
„Und wovor graut Ihnen denn?“ fragte die Majorin erheitert.
„Es befindet ſich in der einen Wand dieſes Zimmers eine Niſche“, berichtete die Alte,„ein grüner Vorhang verdeckt ſie, und dahinter ſteht aufrecht ein Skelett.“
„Und wiſſen Sie nicht“, verſetzte die Majorin lachend, „daß dieſes Skelett Ihrem Herrn, der ja Arzt war, einfach zum Studium gedient hat?“
„Ich weiß es“, entgegnete die Alte zitternd,„und auch die Todtenſchädel, die in einer Reihe über ſeinem Bücherbret ſtehen, aber—“
„Aber, aber!“ wiederholte die Majorin verächtlich und gebieteriſch.„Sie werden ſich doch wohl zu dem Gange entſchließen müſſen. Uebrigens ſollte ich meinen,


