Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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„Uud wiſſen Sie noch“, entgegnete Roſa ſanft, aber mit einer Niedergeſchlagenheit, in welcher ein feinfühlendes Verſtändniß lag,„wiſſen Sie noch, wie Ihre ſelige Frau Mutter jene Andeutungen auslegte?“

Arthur wollte aus Delicateſſe über dieſe Erörterung hinwegſchlüpfen, aber Roſa ſah ihn mit einem frei⸗ müthigen Blicke an, als dürfe er nicht fürchten, ſie zu kränken, und daher ſagte er:

„Meine Mutter ſprach von Broderwerb. Und Sie weinten darüber.“

„Und ich möchte jetzt wieder weinen“, entgegnete Roſa,

den Blick ſenkend,„nicht wie damals aus falſcher Scham vor dem Klange jenes Wortes, wohl aber, weil ich mich in meiner Sphäre höchſt unglücklich fühle.“

„Unglücklich?“ fragte Arthur, indem er ſich erſtaunt ſtellte.„Unglücklich neben ſolchen Erfolgen?“

„Haben Sie noch nie gehört“, ſagte Roſa nit einem ſchmerzlichen Lächeln,„daß der Vorhang zwei ganz ver⸗ ſchiedene Welten von einander trennt?“

„Ah, iſt es das?“ entgegnete Arthur alt, weil er ſich enttäuſcht fühlte.„Die alte Geſchichtevon Neid und Mißgunſt hinter den Couliſſen! Dieſes Schickſal theilen Sie mit allen, deren Ziel die Berühmtfit iſt.“

„Berühmtheit!“ ſagte Roſa in einen Tone, der dieſes Prädicat entſchieden ablehnte.