152
zuletzt nicht mehr mit anzuſehen, wenn ſie dankend das Haupt neigt, er wendet ſich dann ſtets ab, und wenn es ohne Aufſehen geſchehen kann, geht er hinaus, bis die Ova⸗ tionen vorüber ſind. Nie rührt er eine Hand zum Bravo für Roſa, um ſo verſchwenderiſcher aber ſpendet er An⸗ dern ſeinen Beifall. Die Lobeserhebungen der Kritik ſind ihm in tiefſter Seele zuwider und mit krampfhaft zuckender Hand zerknittert er jede Zeitung, aus deren Spalten ihm Roſa's Name entgegenblickt. Das Uner⸗ träglichſte von Allem aber iſt ihm, wenn Roſa im Zu⸗ ſchauerraume ſelbſt, in ihrer Loge erſcheint, wenn er ein Dutzend Operngläſer ſich nach ihr richten ſieht und von alten und jungen Gecken fortwährend ihren Namen flüſtern hört. Vergebens ſucht er Agathens Geiſt heraufzubeſchwö⸗ ren, vergebens iſt ſein Bemühen, ſich die ſpaniſche Sen⸗ nora zu vergegenwärtigen, ſeine Phantaſie verſagt ihm jetzt den Dienſt. Der reife Jüngling ſieht ſich wieder auf dem Standpunkte angelangt, von dem der bartloſe Knabe einſt ausging, denn an der Stelle, wo die Kinder ſich einſt begegneten, ſteigen begrabene Empfindungen, Wünſche und Träume geiſterhaft empor und folgen ihm in langem Zuge nach, wohin er auch ſeine Schritte lenkt.
Um mit Roſa wenn auch nur einen Gruß aus⸗ zutauſchen, läßt ſich Arthur vom Doctor Arle eines Abends auf die verhaßte Bühne führen. Als Roſa die


