Zehntes Kapitel.
Es war einmal eine Zeit, da beſuchte der Gymnaſiaſt fleißig einen Freund, der eine ſchöne Schweſter beſaß. Sie hieß Agathe, und an manchem Winterabende, den Arthur in dem Kreiſe der befreundeten Familie verbrachte, ſaß Agathe neben ihm. Agathens Vater hatte eine Spiel⸗ doſe, die ſtellte er des Abends zuweilen auf den Fami⸗ lientiſch, und obwohl ſie immer dieſelben Stückchen ſpielte, ſo klangen dieſe doch mit jedem neuen Abende lieblicher in Arthur's Ohren, je tiefer er in Agathens blaue Augen ſchaute, je verſtohlener beide einander heimlich die Hände drückten. Dann kamen Abende, wo die Spieldoſe ſchwieg, weil im Nebenzimmer die kranke Agathe lag, und Tage kamen, wo er an ihrem Lager ſaß und ſie ihn mit dem
Ausdrucke einer unendlichen ſchmerzlichen Liebe anblickte. . 10*


