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„Die Natur iſt entſetzlich nachträglich“, ſchrieb er einſt,„unſere Schuld an ſie verjährt nie. Es müßte aber doch ein Hauptſpaß ſein, wenn wir ihr, wie ein böswilliger Bankrottirer, die Fallitmaſſe unſerer Zer⸗ rüttung hinwerfen könnten, um mit heimlich geretteten Kräften aufs neue zu beginnen!“
Er vergegenwärtigte ſich, während er dies nieder⸗ ſchrieb, die Vortheile eines ſolchen Falliments ſo lebhaft, daß er dabei ganz verſchmitzt lächelte.
Vom Sterben und Teſtamentmachen ſprach er jetzt nicht mehr. Ueberhaupt vermochte er nicht zu faſſen, wie es Greiſe geben könne, die ſich nach der ewigen Ruhe ſehnen. Er war trotz ſeiner ſchlafloſen Nächte mit dem Stündchen Ruhe, das er am hohen Mittag im Armſeſſel genoß, vollauf zufrieden und fand es, wie er gelegentlich an Arthur ſchrieb, ſogar ſehr ſüß, wenn der Schimmer des ſonnenhellen Tages mit ihm einnickte, um mit ihm wieder zu erwachen.
Dabei war er ſehr thätig. Sein Kabinet, das an
die Officin grenzte, heimelte ihn jetzt an wie nie vor⸗
her. Dort ſaß er vor ſeinen Rechnungsbüchern und ver⸗ grub ſich in Ziffern und Zahlen, ein Grab, das friſches, fröhliches Leben iſt gegen jenes, in das man uns ſeidene Ruhekiſſen und Bänder und Blumen mit hinabgibt. Manchmal blieb er in der Hausflur der Apotheke


