Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

Der unbedingte Gehorſam, den das enteilende Kind an den Tag legte, hob es noch mehr in der guten Mei⸗ nung der Kaſſenrendantin, die ebenfalls jetzt ans Fenſter trat und im zweiten Stock gegenüber eine Dame mit gelblichem Geſicht erblickte; ſie ſchien in ſchwarze Seide gekleidet und trug eine ſchwarze Spitzenhaube. Auf die anmuthige Verbeugung der Rendantin dankte Roſa's Mutter mit einem ſo gemeſſenen Kopfnicken, daß die Rendantin, die ihr Knie nur vor imponirenden Perſonen beugte, zu ihrem Knaben ſagte:Du darfſt mit der klei⸗ nen Roſa Stubenrauch ſpielen.

Es fehlte aber nicht viel, ſo hätte die Rendantin dieſe Erlaubniß ſchon am nächſten Morgen zurückge⸗ nommen.

Es war noch ſehr früh, und die Familie war eben erſt aufgeſtanden, als Arthur, der am Fenſter ſtand, um zu ſehen, wie ſich die neue Umgebung im Morgenlichte ausnahm, ausrief:Da kommt Roſa Stubenrauch mit ihrer Puppe!

Sie wird doch nicht ſchon zu uns kommen? ſagte die Mutter, welche ebenfalls ans Fenſter getreten war und das Kind wirklich über die Straße kommen ſah.

O ja, ſie kommt zu uns! jubelte Arthur.Hörſt Du, da geht auch ſchon die Klingelthür!

Das iſt eine ſehr läſtige Nachbarſchaft, grollte der