Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Mädchen, das zwei bis drei Jahre jünger ſein konnte als der Knabe und neugierig jeden einzelnen Gegenſtand be⸗ trachtete, der von den Arbeitsleuten abgeladen und ins Haus getragen wurde. Sie gehörte in das gegenüber⸗ liegende Haus und ſchien ſich nach Art der Kinder für die neue Nachbarſchaft lebhaft zu intereſſiren. So oft ſie dem Blicke des Knaben begegnete, der ſich ein kindi⸗ ſches Air gab, die Arbeitsleute zu beaufſichtigen und ſie beim Abladen der Möbel zur Vorſicht zu ermahnen, hatte ſie verſchämt die großen braunen Augen niederge⸗ ſchlagen und an einem Strohhalme gekaut, den ſie aus dem herabgefallenen Stroh der Emballage aufgeleſen hatte, in einem Augenblicke, wo ſie ſich von dem Knaben deſſen Aeltern ja das Stroh gehörte unbeobachtet glaubte. Als ſie die Beſtandtheile der Verkaufsbude erblickte, ließ ſie den Strohhalm fallen, richtete den Kopf empor, ſtemmte die zarten Arme in die Hüften und ſah bewundernd dem reizenden Spielzeug nach. Mit einer gewiſſen Ehrerbietung blickte ſie den glücklichen Beſitzer der Bude an, und dann war ſie plötzlich verſchwunden. Nach einiger Zeit kehrte ſie zurück, und wer beſchreibt das Erſtaunen des Knaben, als er auf ihren Armen eine große Puppe erblickte, die nicht nur in die prächtigſten Seidenſtoffe gekleidet war und wirkliche Locken von Menſchen⸗ haar trug, ſondern ſogar die Augen öffnete und ſchloß.