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Obgleich der Nuwab gleichguͤltig war gegen die Vortheile, welche Ausbreitung der Wiſſenſchaft mit ſich bringt, ſo war er doch aͤußerſt thaͤtig, ſeine Wuͤrde zu behaupten. In ſeinem Durbar vereinigten ſich die Einrichtungen zu Agra und Delhi, und zu Surat herrſchte eine glaͤnzendere Pracht als in den meiſten Staͤdten, wo ein Statthalter des moghulſchen Reiches ſeinen Hof hielt. Jelal⸗ ed⸗deen, obgleich verſchmizt, und ertraͤglich gebildet, war doch nichts weniger als ein edler Mann. Obgleich bis zum doͤchſten Grade reizbar, vergaß er doch nie einen Au⸗ genblick, was die Artigkeit und Hoöflichkeit ge⸗ bot, und er pflegte ſich zu ruͤhmen, niemand koͤnne ſo artig und hoͤflich zum Kopfabſchneiden verurtheilen, als er.
Die taͤglichen Geſchaͤfte beſorgte der Nuwab ſelbſt, aber ſeine vornehmſte Sorge war ſeine Zenana oder ſeine Frauengemaͤcher; nicht, daß
er laͤngere Zeit in dieſem Theil ſeines Palaſtes
zugebracht haͤtte, als ein anderer Herrſcher in einer aͤhnlichen Lage, aber er war der Meinung, es ſey ſeiner Wuͤrde und Hoheit zutraͤglich, recht viele Weiber in ſeinen Mauern zu haben. Bei
dieſer thoͤrichten, irrigen Meinung ſparte er we⸗
der Zeit, noch Muͤhe, noch Koſten, um ſein Serail ſo vollſtaͤndig als moͤglich einzurichten. Er ſandte Kundſchafter nach Perſien, Circaſſien, Delhi und vielen andern Orten, um Frauen fuͤr ſein Harem herbeizuſchaffen, und nach einiger Zeit hatte er das Vergnuͤgen, unter ſeinem Dache 300 der ſchoͤnſten Weiber Aſiens zu ſehen:


