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beſuchenden Arzte entgegen;„mir thut nichts mehr weh.“„„Ja wohl,““ erwiederte ihm jener, mit anderer Deutung,„„nun werden Sie bald durch ſeyn! 14⁴⁴⁶.
Am frühen Morgen des 25ten Juny fingen die Wunden ſeines zerfleiſchten Rückens an heftig zu bluten. Seine Umgebungen ahndeten, was bevor⸗ ſtehe. Er rief den Schreiber und Wärter, und ſagte ihm etwas, was dieſer nicht mehr verſtand. Darauf trat die Frau an das Bette; er forderte, daß ſie ihm die gelähmten Hände in einander legen ſollte, und ſie will ihn dabei die Blicke gen Him⸗ mel richten geſehen, und gehört haben, daß er die Worte geſprochen:„man muß doch auch an Gott denken!“ Alles erwartete jetzt ſeine Auflöſung; aber noch einmal flammten die Lebensgeiſter auf; er ſagte ſpäter noch, er fühle ſich wohl, wolle heut Abend an der Erzählung, der Feind, weiter dieti⸗ ren, was er ſeit mehreren Tagen nicht gethan, und verlangte, man ſolle ihm die Stelle vorleſen, wo er ſteh'n geblieben.
Seine Frau ſuchte es ihm auszureden, er ließ ſich im Bette umdrehen, mit dem Geſicht gegen die Wand gekehrt, verfiel in Todesröcheln, und als zwiſchen 40 und 41 Uhr Morgens nach Hitzig ge⸗ ſchickt wurde, der ſich in der Gerichtsſitzung be⸗ fand, und dieſer herbeiſtürzte,— fand er ſchon den Freund nicht mehr!


