94 richteten.„In der Nacht,“ ſo erzaͤhlte er unter andern,„winſelte der Murr gar zu erbaͤrmlich, meine Frau ſchlief feſt; ich ſtand ſachte von ihrer Seite auf, ſchlich in die Kammer, wo er lag, hob die Decke auf, die uͤber ihn gebreitet war, und nun ſah' er mich an, mit ordentlich menſch⸗ lichen Blicken, wie bittend, daß ich ihm doch das Leben ſchenken möchte, und hoͤrte fuͤr einen Au⸗ genblick auf, zu jammern, als ob er Troſt in mei⸗ nen Mienen laͤſe. Da konnte ich es nun nicht laͤnger ertragen, ließ das Tuch wieder uͤber ihn hinfallen, und kroch in's Bett zuruͤck. Gegen Morgen ſtarb er, und nun iſt mir das Haus ſo leer, und auch meiner Frau. Ich wollte heute fruͤh gleich zu Fiocati, und ihr einen ſprechenden Papagei kaufen; aber ſie will keinen Erſatz, und ich auch nicht. Nicht wahr, Freund, Sie halten auch nichts von Surrogaten fuͤr geliebte Gegen⸗ ſtaͤnde? u. ſ. w.“
Der Freund war ſo ergriffen von der Stim⸗ mung, in welcher er Hoffmann fand, und ſo ge⸗ ruͤhrt von ſeinem Vertrauen, da er, der jeden An⸗ ſtrich von Sentimentalitaͤt auf das hoͤchſte ſcheute, ſich gewiß nur gegen ihn, den ſeit langen Jahren mit ſeinen innerſten Gefuͤhlen Bekannten ſo aus⸗ zuſprechen wagte, daß er ſeine Hand ergriff, und ihm ſagte:„Ihre Karte liegt ſchon bei den Papie⸗ ren, die ich uͤber Sie geſammelt, und auch dieſe


