39 „nur ein Streifkorps, das ſich Dresden genaͤhert, „das iſt aber nicht wahr, denn von dem Boden „des hohen Nebenhauſes, auf den ich ſtieg, ſieht „man ringsumher eine unzaͤhlige Menge Wacht⸗ „feuer, auf jeden Fall iſt es alſo eine ſtarke Ar⸗ „mee, die Dresden umſchließt.“
„26. Fruͤhmorgens 7 Uhr wurde ich durch den „Donner der Kanonen geweckt; ich eilte ſogleich „auf den Boden des Nebenhauſes, und ſah', wie „die Franzoſen, in geringer Entfernung, vor den „Schanzen mehrerer Batterien aufgeſtellt hatten, „die mit feindlichen Batterien, welche am Fuße „der Berge ſtanden, auf das heftigſte engagirt „waren. Mit Huͤlfe eines ſehr guten Glaſes konnte „ich bemerken, daß ſehr ſtarke ruſſiſche und oͤſter⸗ „reichiſche Colonnen(an der weißen Uniform ſehr „kenntlich) ſich von den Bergen herab bewegten. „Eine Batterie nach der andern ruͤckte naͤher, die „Franzoſen retirirten bis in die Schanzen, und „nun wurde ſogar von den Stadtwaͤllen aus gro⸗ „bem Geſchuͤtz gefeuert; der Kanonendonner wurde „ſo heftig, daß die Erde bebte und die Fenſter „zitterten. Die Ruſſen hatten den großen Gar⸗ „ten erſtuͤrmt, ſo wie die Preußen die Schanzen „von der Friedrichsſtadt,— erſteres konnte ich ſe⸗
„hen. Die Nachricht kam, daß der Kaifer eintref⸗ „fen wuͤrde, ich eilte daher auf die Teraſſe des „Bruͤhl'ſchen Gartens, an der großen Bruͤcke. Um


