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und manche ſinnige Einrichtung, oft mehr den Zweck der theatraliſchen Erhebung und Täuſchung bei dem Zuſchauer, als prächtige Dekorationen und Maſchi⸗ nerien, die nicht am Orte ſtehen, oder der Tendenz des Stück's nicht entſprechen.— Auf jene Weiſe wurde der Tod des Euſebio, ſeine Beichte und Ab⸗ ſolution, ſo wie ſeine und Julias Verklärung, dem Zuſchauer durch folgende Einrichtung verſinnlicht. Euſebio erſcheint in der rauhen felſigen Gegend, zu deren Muſter dem Dekorateur eine Partie aus der Sierra Morena gedient hatte, von den Land⸗ leuten verfolgt, auf der Spitze eines Felſen, der im Mittelgrunde des Theaters angebracht, beinahe deſ⸗ ſen Höhe erreichte, und ſtürzt hinab. Die Land⸗ leute finden den zerſchmetterten Leichnam, und be⸗ graben ihn unter dichten Zweigen, aus denen das dumpfe angſtvolle:„Alberto!“ hervortönt.— Als Alberto die Zweige weggenommen, richtete ſich mit⸗ telſt einer durchaus nicht bemerkbaren Maſchinerie Euſebio langſam in die Höhe, und ſank eben ſo, nachdem er die Abſolution erhalten, in ſein Grab zurück. Die Wirkung dieſer einfachen Idee war, nach der tiefen Todtenſtille, die jedesmal im Thea⸗ ter bei dieſer übrigens ſtummen Szene herrſchte, zu berechnen.— Als Julia zuletzt das Kreuz, wel⸗ ches in dem Hintergrunde des Theaters angebracht war, umfaßte, verſchwand ihr männlicher Anzug, und man ſah ſie in Nonnentracht an dem Kreuze


