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Hoffnung, die große Summe, welche er fuͤr ſie bezahlt hatte, wieder zu er⸗ halten, mit ihrem Kinde zum Verkauf nach New⸗Orleans.
Unter den Käufern, welche ſich dort einſtellten, befand ſich ein gewiſſer Mr. Curtis, der, wie Caſſy ſpäter erfuhr, aus Boſton gebürtig und von angeſehener Familie war. Gleich vielen Anderen aus derſelben Stadt war er ſchon in früher Jugend nach New⸗Orleans gekommen. Als er ſpäter ſelbſt ein Geſchäft errichtete, hatte er ſich nicht verheirathet, ſondern der Landesſitte gemäß ein vertrautes Verhältniß mit einer hübſchen, hellfarbigen, jungen Sklavin angeknüpft, die er gekauft hatte und zu welcher er eine ſo innige Zuneigung hegte, daß es für ihn ein ſchmerzlicher Verluſt war, als ſie mit Hinterlaſſung eines kleinen Mädchens ſtarb.
Da er das häusliche Leben liebte und die Lücke wieder auszufüllen wünſchte, hatte Mr. Curtis, nachdem ſich ſein Schmerz einigermaßen gelegt, in dieſer Abſicht die Sklavenmagazine beſucht. Caſſy gefiel ihm auf den erſten Blick und er hatte ſie daher ſammt ihrem Kinde gekauft. Ich erzäͤhle dies Alles jetzt ruhig; ſtelle Dir aber vor, Leſer, wenn Du es kannſt, was ich gefühlt haben muß, als ich, ohne den Ausgang zu kennen, dieſe Ge⸗ ſchichte aus Caſſy's Munde vernahm!
Nachdem Mr. Curtis ihr die Aufſicht über die damals noch kleine Haushaltung und über ſein Töchterchen übertragen hatte, gab er ihr bald auf die zarteſte Weiſe— denn er war ein in jeder Hinſicht liebenswürdiger Gentleman— ſeinen Wunſch zu erkennen das zwiſchen ihnen beſtehende Ver⸗ hältniß auf einen vertrauteren Fuß zu bringen.
Wahrſcheinlich ſtand Caſſy's Benehmen mit ſeinen frühern Erfahrungen ganz im Widerſpruch, denn er war nicht wenig erſtaunt über die Kühle, mit der ſeine Anträge aufgenommen wurden; da er aber nicht ohne Grund aauf ſeine perſönlichen Vorzüge und ſein einnehmendes Weſen gegen die Frauen ſtolz, und überdies eher ſentimental als leidenſchaftlich war, ſo
ging ihn der Beſitz des Herzens ſelbſt des geringſten Weibes weit über
den ihrer Perſon; ſeine Eitelkeit wurde gereizt und ſein Entſchluß, ſie zu erobern, nur um ſo feſter..
Wenn ſich der Herr herabläßt, um die Liebe der Skavin zu werben, der vornehme Mann dem Weibe niederen Standes, der König einer Un⸗ terthanin, der Edelmann einer Bäuerin, oder, wenn ihn die Luſt anwandelt, einer Bürgerlichen den Hof zu machen, ſo find ſolche Eroberungen im All⸗ gemeinen eben nicht ſehr ſchwierig. Die Sklavin erhebt ſich, ſei das Ver⸗ hältniß auch noch ſo vorübergehend, doch für den Augenblick aus ihrer niedrigen Sphäre zu der ihres Geliebten, und ſte ſteigt dadurch in ihren eignen Augen ſowohl wie in denen ihrer Standesgenoſſen höher als durch irgend eine Verbindung, die ſie mit einem Manne ihrer Klaſſe eingehen könnte.— Eine ſolche Verbindung wird allerdings des Anſtands halber eine Ehe genannt, iſt es aber in den Augen des Geſetzes eben ſo wenig wie jene, ſondern auch nur ein vorübergehendes Verhältniß, das durchaus keine Rechte begründet, den Kindern keine Vaterſchaft ſichert und nicht durch die Laune des Mannes, ſondern auch durch die Willkür des Herrn und ſeiner Gläubiger jederzeit gelöſt werden kann. 4
Das Weib der höheren Stände hegt einen inſtinktartigen Widerwillen gegen jede Verbindung mit einem Manne der niederen Klaſſen. Dieſes Gefühl wird nicht durch die Farbe, ſondern durch die geſellſchaftliche Stel⸗ lung bedingt, denn eine fein gebildete Weiße würde eben ſo wenig daran denken, einen Neger zu heirathen, wie einen friſch importirten iriſchen


