Und wie es ſo ganz ſtill war, da hub der alte Rede⸗ meiſter an zu ſprechen, und es war als wenn das Gefühl der großen Stille auch über ihn gekommen, denn er dämpfte ſeine Stimme, die eine mächtige war, und ſprach faſt leiſe zu dem Köhlerknecht: Mein Sohn, die drei Tage ſind um und noch immer ſprichſt Du nicht; was ſoll ich dem Kohlenvoigt ſagen, wenn er mich um meine Antwort frägt?
Der Köhlerknecht ſtieß mit dem Schürbaum heftig in den Meiler, es war da ein Fleck, wo ſich die Raſendecke einſenkte, und das war ein Zeichen, daß das Feuer zu ſchnell brenne an dieſer Stelle,— als er aber abgedämpft, da wendete er ſich um zu ſeinem alten Vater und ſprach noch leiſer als der zuvor: Hat's denn die Kohlenvoigts Cläre gar ſo eilig, einen Mann zu nehmen?
Der Redemeiſter ſchaute verwundert auf, ein halb fra⸗ gender, halb mißtrauiſcher Zug flog über ſein offenes, ehr⸗ liches Geſicht, dann fragte er: Weißt Du etwas von ihr?
Ich weiß nichts von ihr! entgegnete der Köhlerknecht mürriſch.
Nun, es iſt doch eine feine Dirne, drängte der Vater, Du bekämeſt ſicher ein gutes Weib an ihr und wir wären aus aller Noth.
Es will mir nicht gefallen, Vater, wenn ſich ein Mädchen anträgt, das iſt gegen die Ordnung und es iſt eine gute Ordnung.
Es iſt eine gute Ordnung, erwiederte der Redemeiſter, aber der Vater ſorgt für ſein Kiud, wie er kann, und der Kohlenvoigt iſt's, der Dir ſeine Tochter anträgt, nicht die Dirne ſelbſt.


