Gerade als es ferne, im Walddorfe unten, zu Mittag läutete, zog der Redemeiſter die kleine Lederkappe vor der heißen Stirn und ſein Sohn faltete gleich ihm die Hände, dazu ſprachen ſie beide laut:
Lieber Heiland Jeſus Chriſt
Und Sanct Moritz, der Du der Helfer biſt
Für alle frommen Köhlersleut',
Sei uns gnädig zu dieſer Zeit.
Hüte das Werk vor Wurmen,
Hüte das Werk vor Sturmen, Gieb helle Augen und feſte Händ'
Jedem, der Deinen Namen bekennt.
Lieber Heiland Jeſus Chriſt,
Sanct Moritz, der Du der Helfer biſt.
Als die beiden Männer ſolchen uralten Reimſpruch gebetet, zog der Köhlerknecht den Zündſtock aus der Rüſte, der Redemeiſter aber ſchob die brennende Birkenrinde mit der Steckruthe in das Zündloch und ſetzte ſo den Meiler in Brand.
Es dauerte auch nicht lange, ſo zeigte ſich weißlicher Qualm über der Haube, das war der erſte Kohlenſchweiß, und nun ſtanden die Männer mit ſpähendem Blick und wo ein Rauchwölkchen ſich irgend zeigte, einen Spalt, eine Lücke verrathend, da waren ſie raſch zur Hand, ſelbige zu füllen mit Erde und Raſen.
So ſtanden die Beiden und warteten ihres Werkes, und die Sonne brannte heiß und es war eine ſolche Stille im Walde ringsum, daß man nichts vernahm als das Summen der Fliegen und Käfer.


