7.
Durch die ſchweigende Nacht rauſchte Jel⸗ lena uͤber das Steinfeld dahin,— lautlos, ohne Thraͤnen; nur ihr laut pochendes Herz redete von der Gewalt ſeines Dranges. Fern ſchimmerte jetzt das Kloſter nebelgrau aus dem Nebel der erſten Tagesdaͤmmerung;— ſie eilte raſcher dar⸗ auf los. Jetzt pochte ſie an die Pforte; einer von den Italienern oͤffnete und erſchrak nicht wenig, eine fremde Geſtalt in dieſer Einoͤde zu ſehen. Er gab ihr durch Zeichen zu verſtehen, zuruͤckzubleiben, und ſetzte ihr drohend ſeinen Saͤ⸗ bel auf die Bruſt. Sie ſtand unerſchrocken, wich der drohenden Waffe nicht aus und ſagte ernſt:„Wecke Deinen Herrn, ich habe mit ihm zu ſprechen.“ Der Italiener, welcher ſie nur halb verſtand, verharrte in ſeiner Stellung und wiederholte das drohende Zeichen.—„Ich komme, Deinen Herrn zu warnen; es handelt ſich um ſein Leben,“ fuhr ſie fort.„Gehorchſt Du nicht, muß er vielleicht ſterben.“— Der Ernſt des Maͤdchens, ihre ſchoͤne, gebieteriſche Geſtalt, ihre Beharrlichkeit und endlich die Worte:„Leben


