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Der Cid : nach spanischen Romanzen / besungen durch J. G. von Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller
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Wiſſe, ſprach er,großer König,

Wiſſ', in dieſem heil'gen Kloſter, Das mir anvertrauet iſt,

Liegt ein Held; mit deſſen Fahne, Unter ihr, darf ich mich meſſen, Großer König, ſelbſt mit dir. Denn hier iſt die Leichenſtätte Cids, genannt Campeador.

Eine Gunſt von dir zu bitten, Herr, ergriff ich ſeine Fahne Kühn, und trage meine Bitte Dir in tiefſter Demuth vor. Laß den Raub zurück, o König, Den du unſerm Land entzieheſt;* Dir gereicht's zu höherm Ruhme, Wenn du ihn der Heldenfahne Weiheſt und dem Grabe Cids.

Einen Augenblick betroffen und nachdenkend ſtand der König Ueber dieſes Abtes Muth;

Dann ſprach er:Aus mehrern Gründen

Thu' ich, Vater, was Ihr bitter, Und laſſ' meine Beute hier.

Erſtens, weil ich aus dem Blute Des Campeadors entſproſſen, Der Urenkel bin von Cid.

Seine Tochter Donna Elvira, Die Gemahlinn Don Garzia's, Rühm' ich, iſt Broßmutter mir.

Zweitens laſſ' ich aus Verehrung Gegen dieſe Heidenfahne Und des hier Begrabnen Ruhm, Eurer Obhut anvertrauet, Gern die Kriegesbeute hier⸗