208
In der tiefſten Trauer waren Donna Sol und ihre Damen, Schwarz umhüllt mit Etamin.
Faſt erhob ſich ſchon ein Weinen; Aber ſchnell verbot Rimene Alle Klagen, alle Thränen, Weil der Cid es unterſagt: Ihres Vaters Hand zu küſſen Nahten ſtill verehrend beide, König und die Königinn.
Auch der König von Navarra Trat hinzu mit Donna Elvirag, Küſſend ihres Vaters Hand;
Viele ſtille Thränen floſſen, Bis ſie zu San Pedro kamen, Wohin ſich der Cid gewünſcht.
Selbſt der König von Caſtiljen, Als er von dem Zuge hörte, Sandt' er Boten, ihn zu grüßen, Ehrenvoll ihn zu begleiten, Eilte ſelbſt hin nach Cordonna, Und als er den Todten ſah,
Wundert' er ſich ſeiner Schönheit, Ordnete, daß ſtatt im Grabe Er auf einem prächt'gen Stuhle Säße, neben dem Altar. 1 Aufgerichtet, reich vergoldet Ward ihm ſchnell ein Tabernakel. Länger als zehn Jahre ſaß er Da in ſeiner vollen Rüſtung, Als ob er noch leibt' und lebte, Die Tizona in der Hand.
70.


