Druckschrift 
Der Cid : nach spanischen Romanzen / besungen durch J. G. von Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller
Einzelbild herunterladen

206

Alſo meiſterhaft, daß man ſie Einen Stern des Himmeis nannte; Sie und ihre Schweſtern alle, Hundert ſchwarze Weiber, ſtreckte Alvar Fannez in den Staub. Dieß geſehn, erſchracken alle Sechsunddreißig Mohrenkön'ge; Furchterblaſſet ſtand Bukar. Wohl ſechshunderttanuſend Ritter Dünkt ihnen das Heer der Chriſten, Alle weiß und hell wie Schnee. Und der Schrecklichſte vor allen, Reitend vor auf weißem Roſſe, Größer als die andern alle, In der Hand ein' weiße Fahne⸗ Auf der Bruſt ein farbicht Kreuz, Sein Schwert glänzete wie Feuer Als er anlangt bei den Mauren, Breitet ringsum er den Tod. Alle fliehen nach den Schiffen, VBiele ſtürzen ſich in's Meer. Wohl zehntauſend waren ihren, Die die Schiffe nicht erreichten, Die des Meeres Fluth verſchlang. Von den Mohrenkön'gen blieben Zwanzig; nur Bukar entrann. Alſo ſiegt' auch nach dem Tode, Weil San⸗Jago ihm voranging, Cid; gewonnen ward an Beute Großer Reichthum, alle Zelte Voll von Golde, voll von Silber, Auch der Aermſte wurde reich.

Sodann ſetzten nach dem Willen Eids die freundlichen Begleiter Nach San⸗Pedro de Cordonna Ruhig ihre Reiſe fort.