Als zwei perſiſche Geſandte, Den ruhmvollen Cid zu grüßen, Kommen mit Geräuſch und Pracht, Denn der Ruf von ſeinen Thaten, Von der Größe ſeines Werthes Drang durch Mauren und Araber Hin in's ferne Perſien.
Von des Helden Ruhm ergriffen, Sandt' der Sultan ihm Geſchenke, Seidenſtoffe, Spezerei'n.
Angelanget mit Kameelen, Traten vor ihn die Geſandten; „Ruy Diaz,“ ſprach der eine Mit hinabgeſenktem Blick, „Ruy Diazl tapfrer Feldherr! Unſer mächtiggroßer Sultan Beut dir ſeine Freundſchaft an. Bei dem Leben Mahoms ſchwur er: Hätt' er dich in ſeinem Lande, Wohl die Hälfte ſeines Reiches Gäb' er gerne dir als Freund. Seine Achtung dir zu zeigen, Sendet er dir die Geſchenke.“— Ihm antwortete der Cid:
„Sagt dem Sultan, Euerm Herren, 4 Daß die Ehre ſeiner Botſchaft Ich empfange unverdient.—
Was ich that, es war nur wenig;
Was ich bin, ward oft verläumdet.
Hätt' er ſich bei uns erkundet,
Wer ich ſey, er hätte ſchwerlich
Mir die Ehre nicht erzeigt.
Indeß, wär' er Chriſt, ich machte 6 Ihn zum Richter meines Werths


