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Johann Gottfried von Herder's Blumenlese aus morgenländischen Dichtern / Johann Gottfried von Herder. Herausgegeben von Johann von Müller
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der Prinzeſſinn ſaß er nieder; ſie ſah ihn nicht, bis er die Kappe hinwegſchob.Ei, mein Gemahl! ſprang ſie auf und lief ihm in die Arme,wo kommſt du her? wo warſt du ſo lange? Biſt du noch un⸗ willig des Wagens wegen? bin ich Unſchuldige noch unter deinem Zorn?Denke mir daran nicht mehr, ſprach der vermeinte Ifrael.Die Ge⸗ ſchaͤfte meines Berufs ſind zu vielfach und traurig. Von ſolchen komme ich her; ſchaffe mir Speiſe. Sogleich wurden die Tiſche bepflanzt mit den koͤſt⸗ lichſten der Speiſen und Getraͤnke; der Engel des Todes und trank ſich ſatt und froͤhllch. Er wurde gar freundlich.

Deſto uͤbleren Verdacht faßten die Vezlere, als ſie ſeine ploͤtzliche Ruͤckkunft erfuhren; ſie hatten mancherlei auskundſchaftet.Geruhe Eure Herr⸗ lichkeit, ſprach in der erſten Seſſion des Dlvans der erſte Vezier zum Sultan, der ihnen die frohe Wieder⸗ kunft ſeines genlaliſchen Schwiegerſohnes kund that, geruhe, erhabener Monarch, ihn nur durch Etwas zu erproben. Was dir gefaͤllt, begehre von ihm; er kann, wenn er der wahre Iſrael iſt, er wird es dir nicht weigern.

So haͤtte ich dann, ſprach der Sultan(es war Winter),etwa einen Appetit nach friſch ge⸗ wachſenen Aepfeln.Die werden Eurer Hoheit unendlich wohlthun! ſprach der Leibarzt und eilte zur Prinzeſſinn, ihr den Wunſch ihres Vaters und des geſammten Divans Bitte zu eröffnen.Nichts weiter? ſprach Iſrael.Hoͤren iſt gehorchen!