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Johann Gottfried von Herder's Blumenlese aus morgenländischen Dichtern / Johann Gottfried von Herder. Herausgegeben von Johann von Müller
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Einem Tagloͤhner zu Bagdad, der in den Gaͤr⸗ ten der Reichen arbeitete, war in ſeiner Kindheit ge⸗ weiſſagt, daß aus ihm was Großes werden wuͤrde. Da er nun nicht wußte, wie er's anfangen ſollte, um etwas Großes zu werden, geizte er und lebte kaͤrglich. Schon hatte er ſich von ſeinem Taglohn funfzehn goldne Denare geſammelt, die er, wenn er nach geendetem Tagewerk in ſeine gemiethete klei⸗ ne Kammer zuruͤck kam und ſeine Brodrinden gegeſſen hatte, vor Schlafengehen uͤberzaͤhlte, und ſtets da⸗ bei ausrief: wie wird aus mir etwas Großes? als an einem Feiertage, nachdem er ſeine Denare uͤberzaͤhlet hatte, ihm der Gedanke einkam, auf den Markt zu gehen, damit er die Herrlichkeiten der Welt, die nicht ſein waren, wenigſtens uͤberſchauen koͤnnte. Er gaffte hin und her, bis ein Ausrufer voruͤber⸗ sing, der, einen hoͤlzernen Wagen hinter ſich zie⸗ zhend, rief:Wer kauſt? wer kauft einen Wunder⸗ wagen, auf dem man was Großes wird, fuͤr ſieb⸗ zehn Denare? Dem Tagloͤhner fiel der Ruf auf, als ob er ihm gaͤlte, zumal da die Summe, fuͤr die der Wunderwagen ausgeboten ward, der, die er tei ſich trug, faſt gleich kam. Er ließ ſich mit dem