Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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ernſtem Anſehn und gleicher Haltung. Als er ver⸗ nahm, daß ich ein Kaufmann ſey, welcher Vermoͤgen in der Heimath beſitze denn als ſolcher ſtellte ich mich ihm vor ließ er mir eine Kazuͤte einraͤu⸗ men und verſorgte mich mit allen Beduͤrfniſſen. Ich

brachte die Zeit der Reiſe faſt ganz zuruͤckgezogen zu.

Man fand dieſes wegen meiner langen Leiden und Abgeſchiedenheit natuͤrlich. Auf alle an mich gerich⸗ tete Fragen antwortete ich kurz, und war ein ſtiller Beobachter. Meine Tage floſſen mir ſchnell bei einer einzigen entzuͤckensreichen Beſchaͤftigung hin; ich las naͤmlich in der heiligen Schrift. Nun verſtand ich das Wort jenes Philoſophen, welcher erklaͤrte, daß man ihn nur mit der Bibel und einer Lampe in einen finſtern Kerker verſchließen moͤge, und er doch ſtets ſagen wolle, was in der Welt vorgehe.

Wie ſchwach waren noch meine Kenntniſſe bis dahin von der Fuͤlle der Schoͤnheit, Mannigfaltig⸗ keit, Erhabenheit in dieſem heiligen Buche geweſen! Alle meine Gebete richteten ſich darauf, daß ich den wahren Zweck, um deſſen Willen es den Menſchen gegeben worden, bei der Schoͤnheit ſeiner Worte nicht aus den Augen verlieren moͤchte, und es gab mehrere Stellen darin, die ich mir zu oft zu le⸗ ſen verſagte, damit ich daruͤber nicht der unendli⸗ chen Lieblichkeit und Erhabenheit dieſer begeiſterten Dichtung vergaͤße, welche in ihren einfachen, ſtren⸗ gen und hehren Toͤnen die Harfe eines irdiſchen Barden eben ſo weit hinter ſich laͤßt, als der zur Sonne

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