Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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gerothet, ſo zittert Ihr. Eben ſo auch ich. Ihr glaubt, daß Engel mit Euch wandeln und Euch bewahren, und daß ſogar einige gegen Euch kaͤmpfen ſo thu' auch ich. Aber, Fremdling, ſo denken Millionen. Der Maure, der Wahnſinnige, ja ſelbſt der Chriſt kann 4 gleich mit uns denken in dieſen Dingen. Wuͤnſcheſt Du aber wahrhaft einer der Unſeren zu werden, ſo hoͤre genau auf unſern Glauben und meine War⸗ nung. Zuerſt alſo laß mich Dich daran erinnern, daß wir ein zerſtreutes, unterdruͤcktes Volk ſind, daß wir keinen Tempel, keinen Altar, kein Vaterland haben, daß man uns fuͤr verworfen, niedrig, veraͤchtlich haͤlt, daß man uns in's Geſicht ſpeit, uns mit dem Fuße ſtoͤßt, mit dem Stocke ſchlaͤgt, daß wir um Huͤlfe rufen und niemand uns rettet; daß der Meſſias noch nicht gekommen iſt; daß unſre Hoffnung auf ihn 18 ſtark iſt, gruͤn und hoch ſteht wie Palmbaum, aber es iſt ein Palmbaum, der allein ſteht in der Wuͤſte. Unſere Augen ſind wohl auf Ihn gerichtet, aber wir liegen lechzend und zum Tod ermattet auf dem duͤrren Sande umher. Willſt Du nun, Fremd⸗ ling, das Loos theilen eines ſolchen Volkes Eben deshalb ſeyd Ihr mir theuer. Ich ſehe es, wie Ihr euer hartes Geſchick liebt, wie Ihr eifer⸗ ſuͤchtig darauf ſeyd, daß nicht Jemand euern Kummer. zu theilen ſuche. Ich ſehe, wie Ihr nach Verach⸗ tung eifrig ſtrebt, und Euch freut unter der Geißel. Aber ich ſehe auch, wie Ihr eure Augen hoffnungs⸗ voll zum Himmel erhebt, und mein Herz ſagt mir,