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Die Herrin von Schwarzenhof : Roman / von Albrecht Heinz
Entstehung
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ausdruck ließ auf ſchwere und heftige Affecte ſchließen, doch ſchienen ſich dieſe, während er ſiegelte und adreſ⸗ ſirte, gemildert zu haben. Durch das Finſtere ſeiner Züge flog etwas wie aufſtrahlender Humor, als das Schreiben zur Abſendung fertig war. Er ſchob es mit

herablaſſendem Lächeln auf den Tiſch zurück, etwa ſo,

als ob er einen Antragſteller unter freundlicher Dar⸗ reichung von zwei Fingerſpitzen an hinreichend in Anſpruch genommene Geduld und an den Augenblick erinnere, ſich zurückzuziehen. Dann griff er zu einem andern Blatt, das er ebenfalls kurz vorher beſchrieben, und vertiefte ſich in deſſen Inhalt, bald ſinnend, bald ändernd, doch erſichtlich mit immer gehobenerer Stimmung. Die dunkeln Augen glühten nicht mehr unheimlich. Sie ſchienen ein Empfinden und Denken auszuſprechen, das überaus angenehm ſein mochte, vielleicht zu zerſtreuend angenehm für die formende Kraft, welche vergeblich nach erwünſchter Geſtaltung des Ganzen rang. Der Präſident gab den Kampf, wenigſtens vorläufig, auf. Sein heiteres, nicht ſelten bis zu überſprudelnder Luſtigkeit ſich ſteigerndes Weſen wirkte hülfreich dazu mit. Er ſchob auch dieſes Blatt auf den Tiſch, ſich ſelbſt zu⸗ gleich in die Polſter des Seſſels zurück und monologi⸗ ſirte laut auflachend:

Da haſt Du, mein alter, theuerſter Freund, die allerſchönſte geiſtge Mahnung auf den Fünfziger.

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