Druckschrift 
Die Herrin von Schwarzenhof : Roman / von Albrecht Heinz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Schwierigkeit. Was aber die Fignette oder Vignette bedeuten ſollte, war beiden gleich unklar. Während ſie deshalb, mit ſchwer unterdrücktem Lächeln, einer den andern, wie Verſtändniß ſuchend, anblickten, leuch⸗ tete im Geſicht des alten Herrn jenes Mißtrauen wieder auf, das ſich ſchon früher einmal im Kreiſe der Offiziere gezeigt hatte.

Was aber Schwendler dort vor den Unbekannten zugleich in geſpreizte Stellung, die Stellung der ſchuß⸗ fertigen Defenſive, getrieben hatte, das ging hier, dem Wohlwollen erprobter Freundſchaft gegenüber, in die naive Frage aus:Habe ich wieder was Dummes geſagt? Erläuternd fügte er dann hinzu:Mein Herz hat mir mal wieder was vorgemacht, und, nicht wahr, wenn einer flunkert, das nennt man Fignette? Ich habe die Geſchichte ſchon einigemal gehabt,

es war ſo eine Art Krampf, aber es geht doch

wieder vorüber. Sehn Sie, Ihro Excellenz, das hängt mit meiner Kinderloſigkeit zuſammen. Ich wollte, es wäre ſo geblieben. Aber ich habe nachher ein an⸗ genommenes Kind, eine Pflegetochter gehabt, viel, viel Freude, und doch iſt nachher ein fauler Fleck daraus geworden. Darfeld kann Ihnen die Geſchichte erzählen.

Jener melancholiſche Zug, der dem Alten ſo gut ſtand, weil er den tiefen Ernſt ſeiner Züge, ihre