Druckschrift 
Gianettiona und Gaetana; oder der Bandit von Venedig : Roman in drei Büchern / von Carl Heinrich
Entstehung
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Mein Vater laͤßt mir freie Wahl in der Nei⸗ gung meines Herzens. Wir koͤnnen gluͤcklich leben, wenn Du, wie ich fuͤr Dich, nur fuͤr mich lebſt. Aber Dich treibt ein gewiſſes Etwas von mir fort. Der laſterhafte Marquis und ſeine gleichgeſinnten Genoſſen ſind Dir theurer, als die liebende Gaetana!

Sie ſchwieg wieder und eine große Thraͤne rann uͤber ihre bleiche Wange. Auch Gianet⸗ tino weinte; er ſchaute ſtarr vor ſich hin; in ſeiner Bruſt mochte es kaͤmpfen, denn ſeine Zuͤge veraͤnderten ſich gewaltig und ein ſelt⸗ ſames ſchmerzliches Laͤcheln bewegte ſeine Lip⸗

pen. So ſtand er lange vor Gaetana, dann

aber fuhr er, wie aus einem Traume erwa⸗ chend, auf, druͤckte das Barret tief in die Stirn, umſchlang die Geliebte noch einmal und ſtuͤrzte mit den Worten:Morgen, Gaetana, morgen Alles, nur laß mich heute, Maͤdchen! Du ſprichſt wahr, bei allen Heiligen! Du ſprichſt wahr, und es muß anders werden! aus dem Zimmer.