merio gar bald dazu vermochten, den großen Schluͤſſel behutſam in das Schloß des Palaſt⸗ thores zu ſtecken und daſſelbe ohne Geraͤuſch zu oͤffnen.„
„Viel Gluͤck bei der ſchoͤnen Signora!“ ſagte er noch laͤchelnd, als der Juͤngling die breiten ſteinernen Stufen des Hauſes hinaufſtieg.
Gaetana lag nachlaͤſſig auf dem ſeidenen Divan hingeſtreckt und blaͤtterte in einem klei⸗ nen Buch, als der Geliebte eintrat. Sie zuͤrnte, daß er ſo ſpaͤt kam und ſprach im neckenden Eigenſinn anfaͤnglich kein Wort. Gianettino umſchlang mit beiden Armen ihren ſchoͤnen Hals und kuͤßte den Zorn vou ihren Lippen.
„Biſt Du wieder beim alten Mercadante bis jetzt geweſen, um Haufen von Zechinen zu verſpielen?“ ſagte ſie endlich, mit dem
Finger drohend.
„Wahrlich nicht!“ verſetzte Gianettino,
und der Ton, mit dem er dies ſprach, buͤrgte
fuͤr die Wahrheit der Worte.


