Teil eines Werkes 
2. Theil (1851)
Entstehung
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beſondere Lektüre hat jeder von uns eine verſchiedene Charakterrichtung empfangen, jeder von uns, gei⸗ ſigg verlarbt, denkt, fühlt und ſtrebt anders als die Andern, und des Mißverſtändniſſes wird ſo viel, und ſelbſt in weiten Häuſern wird das Zu⸗ ſammenleben ſo ſchwer, und wir ſind überall beengt, überall fremd, und überall in der Fremde.

In jenem Zuſtande der Gedanken⸗ und Ge⸗ fühlsgleichheit, wie wir ihn bei unſeren Inſula⸗ nern ſehen, lebten oft ganze Völker und haben oft ganze Zeitalter gelebt. Die römiſch⸗chriſtliche Kirche im Mittelalter hat vielleicht einen ſolchen Zuſtand in den Korporazionen des ganzen Europa begründen wollen, und nahm deshalb alle Lebens⸗ beziehungen, alle Kräfte und Erſcheinungen, den ganzen phyſiſchen und moraliſchen Menſchen unter ihre Vormundſchaft. Es läßt ſich nicht läugnen, daß viel ruhiges Glück dadurch gegründet ward, und das Leben warm⸗inniger blühte, und die

Künſte, wie ſtill hervorgewachſene Blumen, jene