Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
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O, wie ſchön! wie ſchön biſt du, Geliebte! Du biſt wie eine Roſe!

Nicht wie die Roſe von Schiras,

Die hafisbeſungene Nachtigallbraut:

Nicht wie die Roſe von Saron,

Die heiligrothe, prophetengefeyerte;

Du biſt wie die Roſ' im Rathskeller zu Bremen! Das iſt die Roſe der Roſen,

Je älter ſie wird, je lieblicher blüht ſie,

Und ihr himmliſcher Duft, er hat mich beſeligt, Er hat mich begeiſtert, er hat mich berauſcht, Und hielt mich nicht feſt, am Schopfe feſt,

Der Rathskellermeiſter von Bremen,

Ich wäre gepurzelt!

Der brave Mann! wir ſaßen beiſammen Und tranken wie Brüder, Wir ſprachen von hohen, heimlichen Dingen, Wir ſeufzten und ſanken uns in die Arme, Und er hat mich bekehrt zum Glauben der Liebe,