Neuntes Kapitel.
Ein Nebenbuhler Guſtav's hätte mit allen Liſten und Ränken den Liebenden nicht erfolgreicher entgegenarbei⸗ ten gekonnt, als der Zufall es ganz ohne einen feind⸗ ſeligen Dritten fügte. Der Commerzienrath ſah ſich in den Tagen nach jener Unterredung, die wir im vorigen Kapitel berichtet haben, in ebenſo lockende als dringliche Geſchäfte verwickelt, daß er nicht ſo bald, wie er beabſichtigt hatte, zum Beſuche der freiherr⸗ lichen Familie kam. Guſtav ſelbſt aber wurde durch einen Schickſalsſtreich, der einem Intriguanten Ehre gemacht haben würde, zur Unthätigkeit gezwungen; ſein Zart⸗ gefühl— es war ſein mütterliches Erbtheil— hieß ihn für einige Zeit das Haus der Geliebten meiden.


