mahlzeit gedeckt und des Faſttags wegen zwar kein Fleiſch, aber verſchiedene andere gute Dinge einladend zurechtgeſtellt. Es ſchlug neun, und noch immer nicht rief er nach ſeinem Abendtrunk, ſondern lief in der Stube umher, wo auf dem Stehpult die Studirlampe brannte. Das war noch niemals dageweſen. Aber in ſolcher Lage hatte er ſich auch noch nie befunden.
Nachdem der erſte Schrecken über das Ereigniß des Nachmittags vorüber war, verſuchte er, aufs höchſte entrüſtet zu ſein, ohne daß es ihm gelang. Die Handlungsweiſe des Grafen war freilich nicht ſchön und die Strafe des Himmels im Ganzen ge⸗ recht, allein warum das gerade in ſeinem Sprengel ge⸗ ſchehen mußte, konnte er nicht einſehen. Das gibt einen Heidenſkandal, und ſchließlich wird Niemand dadurch gebeſſert. Wie ſoll er ſich benehmen? Soll er als Seelſorger dem Grafen ins Gewiſſen reden, nachdem der Himmel ſelbſt ſo deutlich geſprochen hat? Außerdem bleibt der Sünder immer noch Herr von Frohnburg, mit dem man es eben der heiligen Kirche wegen und nebenbei um des guten Kellers willen nicht ganz verderben darf. Was aber ſagt er der Gemeinde? Wenn er ſich dieſe Gelegenheit entgehen
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