Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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Er begab ſich in ſein Zimmer. Geſtern ſo glühend, vor wenigen Stunden noch ſo muthig, fühlte er ſich jetzt an Leib und Seele müde. Es war ihm, als hätte er zwiſchen heute und geſtern Jahre gelebt und wäre längſt hoffnungslos.

Gegen Abend kam ein Diener und lud mit der Miene eines Leichenbitters den Profeſſor zur Gräfin.

Er traf ſie in Hut und Shawl. Waren auch ihre Wangen blaß, ihre Augen verweint, empfing ſie doch den Prieſter gefaßt und voll weiblicher Würde. Ohne des Ereigniſſes ſelbſt zu erwähnen, ſprach ſie, die behandſchuhte Rechte darreichend:Ich wollte Frohnburg nicht verlaſſen, ohne Ihnen Adieu zu ſagen. Ich begebe mich mit Wiſſen und Willen des Grafen vorläufig zu meiner Freundin, Frau von Bruck. Hof⸗ fentlich ſcheiden wir nicht ſchon heute für immer, ich ſehe Sie noch einmal in Friedenthal. Beten Sie für mich!

Benedictus war keines Wortes mächtig.

Um acht Uhr hatte die Köchin dem hochwürdigen Herrn Balthaſar Püchelhuber den Tiſch zur Abend⸗