Wald. Baum und Raſen verſtrömten köſtlichen Wohl⸗ geruch. Aber ein Alp lag auf des Prieſters Bruſt, die Ahnung eines Unglücks wuchs mit jedem Schritt.
Wo ein Weg nach Friedenthal ſich abzweigt, ſaß ein altes Mütterchen auf einem Markſtein, die Trage mit Reiſig neben ſich. Sie rückte und rührte ſich nicht, noch ſprach ſie den üblichen frommen Gruß, als Benedict an ſie herantrat, ſondern ſtarrte ihn miß⸗ trauiſch wie eine wildfremde Erſcheinung an.
„Kommt Ihr von Frohnburg?“
Die Alte verzog grinſend das Geſicht, über das ſich ein Netz kleiner Runzeln ſpannte.
„O nein“, erwiderte ſie,„dorthin kommen wir Friedenthaler nicht.“ Sie ſprach nicht in der breiten Mundart der Frohnburger Bauern.
„So wißt Ihr auch nicht, ob es dort eingeſchla⸗ gen, gebrannt hat?“
„Nein— wir dürften dort ja doch nicht lijihn Als Anno zehn—“
„Verzeiht, ich habe Eile.“— Und indem er
mechaniſch den Hut zog, ſagte er ein gedankenloſes: „Gelobt ſei Jeſus Chriſtus!“


