Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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Sie müſſen nämlich wiſſen, daß ein Geſpenſt dünner iſt, als die Luft. Ergo kann man am Tag keine Ge⸗ ſpenſter ſehen, ſondern nur bei Nacht.

Aber die Caſtellanin meinte, ſie traue dem Frie⸗ den niemals nicht.

Der Koch dagegen ging noch weiter, als der Schulmeiſter. Er ſei ein Freigeiſt. Es gebe über⸗ haupt keine Geſpenſter.

Das rüttelte ſelbſt den dicken Leibkutſcher auf! Was! ſchrie er, wuchtig auf den Tiſch ſchlagend, es gibt keine Geſpenſter? Na, das iſt ſtark. Er⸗ lauben Sie, Herr Küchenmeiſter, nicht nur Menſchen, ſondern ſogar Thiere gehen nach ihrem Tode um. Sie alle erinnern ſich noch an die Jenny, die engliſche Fuchsſtute, die der gnädige Herr in ſeiner Rage'mal todtſchoß, weil ſie an keinem Schubkarren vorbei wollte. War ſonſt eine Seele von einem Thier. Alſo die Jenny war todt und ihr Stand leer, aber, ſo wahr ich hier ſitze, ich habe ſie noch ein Viertel⸗ jahr lang ach, was ſag' ich, wenigſtens ſechs Wochen lang! Nacht für Nacht im leeren Stand ſchnaufen und ſtampfen und an der Halfterkette raſſeln gehört, bis ich auf den Einfall kam, drei Meſſen leſen