Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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unſern Füßen. Das Schloß zeigt ſich wenigſtens von der Vorderfronte als ein alter, aber durchaus wohnlich und gut erhaltener, ſtattlicher Bau.

Schloß und Gründe gehörten ſeit Jahrhunderten zu dem Majorate eines vornehmen Geſchlechts. Zur Zeit unſerer Geſchichte war Majoratsherr Guido Graf von Geldern⸗Frohnburg; damals achtunddreißig Jahre alt, ſeit zwölf Jahren verheirathet, Vater eines blühenden Knaben. Der Mann, der er war, ließ ſich nicht leicht verkennen. Schon ſein Aeußeres und die Art, wie er ging und ſprach, verriethen faſt alle ſeine Vorzüge und Fehler. Geſund, muskelkräftig, hünenhaft, ohne plump zu ſein, eine Vollbluter⸗ ſcheinung. Haar kraus und blond der Backenbart ſtach ins Röthliche Naſe energiſch, Lippen fleiſchig, die blauen Augen groß, glänzend, wenn auch ohne Tiefe. 5. Gegen ſeinesgleichen benahm er ſich immer höf⸗ lich, zuweilen herzlich. Untergebenen gegenüber ſchlug er freilich einen herriſchen Ton an. Doch wem wäre das aufgefallen! Seine gute Laune äußerte ſich ziem⸗ lich lärmend, im Zorn dagegen war er unberechen⸗ bar; man kannte an ihm beide Arten, den rothen und den weißen Zorn, den tobenden und den abwar⸗ tenden. Nicht falſch, aber mißtrauiſch, ohne Geniali⸗