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Ohne ein Wort zu ſagen, nahm ſie ſeinen Platz ein und begann nun ſelbſt die Sonate.
Schon nach den erſten Takten wallte ihm das Herz empor. Sie hatte ihn verſtanden!
Nicht nur das große Tonwerk gab ſie, ſondern ihres Lehrers innerſten Gedanken wieder. Das war das gleiche Hoffen und Zagen, der gleiche Sturm und Schmerz und der gleiche Aufblick zum Himmel.
Als die Töne verhallten, waren beide blaß und ſahen ſich mit dürſtenden Blicken an.
Aber ſie wagten kein Wort.
Es gab ja nur eins, und ihre reinen Seelen zit⸗ terten noch vor dem Verhängniß zurück.
Nur ihre Hände ſchlangen ſich in einander.
Dann, aus der Schwüle ſich zu retten, trat Lud⸗ wig ans Fenſter. Er deckte den Käfig auf, damit der Vogel keck und luſtig das Schweigen breche. Aber Häns⸗ chen rührte keinen Flügel und zwitſcherte nur ganz leiſe, kaum hörbar vor ſich hin.
Der Jüngling ſah wie hülfeſuchend hinaus, wo Juſtinens Vater noch unter der Linde ſaß. Auch das half nicht. In ſeinem Innern wogte es noch immer in Tönen.
Endlich hatte er den Muth, ſich wieder zurückzu⸗ wenden.
Juſtine war nicht mehr im Zimmer.


