Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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ter, edelherziger Mann, hatte einigen aus dem benach⸗ barten Fürſtbisthum vertriebenen Proteſtanten Schutz und Land gewährt. Es waren nüchterne, fleißige, tapfere Menſchen. Der Glaubens⸗ und Leidensgenoſſen fanden ſich bald mehrere, doch zogen die Tüchtigen nur Tüchtige an. So wuchs und gedieh das kleine eigen⸗ artige Gemeinweſen trotz der Gehäſſigkeit unduldſamer Nachbarn mehr und mehr, aus der Gruppe beſcheidener Hütten war ein ſtattliches Dorf mit ausgedehnten, er⸗ tragreichen Gründen geworden. Dazu kam, daß ſich unter denen von Bruck eine gewiſſe Freiſinnigkeit und das Wohlwollen für Friedenthal als Frucht jener erſten guten That weiter vererbte. Die vielbefeindete Gemeinde fand bei ihnen immer Schutz und Recht, und der ge⸗ genwärtige Stammhalter war es, der ſie ihre eigene Kirche bauen und ſich ihren Prieſter küren ließ.

Es iſt begreiflich, daß der Paſtor gern von dieſen Verhältniſſen erzählte.

Auch heute erläuterte er ſeinem Gaſt durch manche anekdotiſche Züge die Sonderſtellung der Gemeinde und ſchilderte ihr Leben, das einer Verbannung glich und doch ſo reich an ſtillem Glücke war.

Ich leugne nicht, ſchloß er lächelnd,daß ich die unſichtbare und doch unüberſteigliche Mauer rings um uns zuweilen ſegne.