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ſie im Vereine mit dieſen einfachen, aber treuen Freunden ihre Bitten zum Himmel aufſandte. Als ſie nach Hauſe kam, eilte ihr Herr von S.'s alter Diener entgegen und bat ſie, in das Zimmer ſeines Herrn zu treten. Herr von S. empfing ſie mit feierlicher und gerührter Miene und ſagte:„Meine theure Karen! Du weißt ſelbſt, daß ich Dir meine Hand nur in dem Gedanken bot, der Tod werde bald unſere unnatürliche Verbindung löſen. Meine Abſicht war, Dich glücklich zu machen, aber ich habe wider meinen Willen das Gegentheil gethan. Du weißt, daß ich— trotz all' meiner Liebe— doch mich Deiner Anmuth nie anders als mit der Ehrfurcht eines liebevollen Vaters genähert und ich kann deßhalb ohne Verlegenheit Dir zur Unterſchrift dieſen Scheidungscontract reichen, den ich ſelbſt bereits unterzeichnet. Das Gut, das ich in einer andern Provinz beſitze, gehört Dein; in drei Jahren kannſt Du Deine Hand dem Lieutenant H. reichen, den Du liebſt. Ich habe mich nach ihm erkundigt. Ich glaube ſicher, daß er nur in der Erbitterung über Deine vermeintliche Untreue ſeine Verbindung mit der Couſine erneuert hat, und zweifle nicht, daß er mit Freuden die⸗ ſes Band brechen wird, wenn er dadurch hoffen darf, Dich zu gewinnen. Ich habe ihm geſchrieben. Lies den Brief, ehe ich ihn abſende, damit Du Dich überzeugſt, daß ich die Sache nicht undelieat behandelt habe. Du reiſeſt nun raſch nach Deinem Gute und harrſt die drei für die Trennung beſtimmten Jahre aus. Ihr ſeid beide jung, die Zeit wird bald vergehen...“ Herr von S. hatte nicht ausgeſprochen, als ſich Karen mit heftigem Weinen in einen Stuhl warf. Er näherte ſich ihr. Sie erhob ſich und ſagte mit Faſſung:„Das hatte ich nicht erwar⸗ tet, Herr von S., daß Sie mich auf dieſe Weiſe entfernen würden. Ihr Benehmen iſt edel, aber ich kann es nicht bewundern. Ich habe Lieutenant H. geliebt, das iſt wahr, aber ich glaube, daß ich in meinen verlaſſenen Tagen dieſe Liebe ausgeweint. Bei der Nachricht von ſeiner


