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Maria : Novelle / vom Verf. einer Alltagsgeschichte. Hrsg. von Johann Ludwig Heiberg. Aus dem Dän. von W. C. Christiani
Entstehung
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In einem beſcheidenen Haͤuschen der Straße, die nach dem Hafen hinunter fuͤhrt, ſaß, in einem einfachen aber

uͤberaus reinlichen und gemuͤthlichen Zimmer, eine junge, ſchoͤne Frau, mit ihren beiden vaterloſen Stiefkindern,

einem Knaben von zehn, und einem Maͤdchen von vier Jahren. Es war der Tag vor'm Weihnachtsabend, die Daͤmmerung bereits eingetreten; durch die halb zugefror⸗ nen Fenſterſcheiben guckten ſchon die Sterne in's Stuͤbchen hinein, waͤhrend das Ofenfeuer mit ſeiner rothen Flamme die ſanfte feine Geſtalt Mariens, ſo wie das bluͤhende, zu ihren Fuͤßen ſitzende Kind beſchien. Den Strickſtrumpf in der Hand, das gedankenvolle Geſicht aber dem Fenſter und dem ſternenhellen Himmel zugewendet, ſaß ſie da, dem

Anſcheine nach in ſtille Betrachtungen verſunken, waͤhrenrnd

die kleine Liſe, am Fußboden knieend, mit zweien aus Papier geſchnitzten Puppen ſchwatzte, die ſie auf dem Schemmel, zu Fuͤßen der Mutter, aufgeſtellt hatte. An dem einen Fenſter ſtand Victor, bemuͤht, durch ſeinen Athem und mit den Haͤnden eine Scheibe aufzuthauen, um die Straße beſſer uͤberſehen zu koͤnnen.

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