Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38

nachläſſigen Gruß mittels Kopfneigens an ihn richtete; daſſelbe that der junge Deleſſers, und nur der klei⸗ nen Florine anmuthiges Geſicht wandte ſich noch einmal nach ihm hin und nickte ihm freundlich, ja ſchelmiſch zu. Das Kind, dachte Egon, als ſie im Gedränge verſchwanden, wäre mir von dieſer gan⸗ zen Sippſchaft noch der erträglichſte Theil.

Er wollte das Kaufhaus verlaſſen, als er be⸗ merkte, daß das in den unteren Räumen und in den Speicherhöfen waltende Getöſe ſich vermehrt hatte und in einen Lärm übergegangen war, der eine außerordentliche Veranlaſſung zu haben ſchien. Unter den vielen Lebehochs, die mit erhitzten und rauhen Stimmen gebrüllt wurden, ließen ſich Angſt⸗ und Huͤlferufe hören, erſt ſchwach, bald aber immer vernehmlicher. Zur Hülfe! hieß es, Molard kämpft mit den Wellen— wer rettet? Diebe— Mörder— Piraten ſind unter uns— hoch, Herr Schilling von Luzern! Und in wildem Getümmel drängte ſich ein dichter Menſchenknäuel nach den Hafentreppen, ungewiß, ob es gelte, dort der Freude noch aus⸗ gelaſſener zu fröhnen, einen Ertrinkenden zu retten oder irgend einen Angriff abzuwehren. Alle drei Vermuthungen waren nicht ohne Grund. Die Weinflaſche kreiſte üͤber den Häuptern und ging,