19
Ihr ſeid im Dienſt Eueres Cantons? So ſehe
ich an den Bären auf Euerem Wams, der ſchwarz
und goldenen Binde und dem eidgenöſſiſchen Kreuz am Helm— Dinge, die mich freilich, da ich bei Euch vorbei ging, erſt aufmerkſam auf Euch machten— ein Prunk, dem Ihr es zuſchreiben dürft, Junker, wenn ich Euch ungelegen in die Quere kam. Oho! Großen Reſpect!— Alſo ein Kriegsmann oder gar Feldhauptmann der hohen Republik? Wünſche Glück! Ja, nun erkläre ich mir die ſtolze Hin⸗ deutung auf ein Bezahlen der väterlichen Wechſel⸗ ſchuld durch Euch. Junker Egon iſt etwas Großes geworden.
Nicht doch, Ihr ſpottet, Herr Werner— aber es ſei, ſagte, von Neuem erröthend, der Jüngling. Wie Ihr mich ſeht, bin ich nichts als ein Knappe, von Seiten der Stadt dem edlen Ritter von Rin⸗ kenberg für ſeine Geſandtſchaftsreiſe nach Savoyen beigegeben und zu deſſen Gefolge gehörend. Wir kommen ſo eben zuruͤck aus Chambery, wo Graf Johann Hof hielt, und verweilen wenige Tage hier wegen Krankheit eines Roſſes, welches dem Ritter werth iſt; da verführte mich denn die Muße oder die Langeweile, wenn Ihr wollt, hier am Seeufer zu ſchlendern und am Laden des Herrn
2*


