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Vor einem der Kaufläden, wie ſich ihrer gar
viele am Seeufer befanden, ſtand mittlerweile ein
Käufer und feilſchte mit dem Inhaber der ſchön
ins Sonnenlicht in zierlichen Glaskäſtchen und
Schränken ausgeſtellten Waaren um den Preis einer derſelben, die er gewählt hatte und zu deren Ankauf er Luſt bezeigte— nur daß ſie ihm zu theuer war. Genf hatte und verdiente von jeher den Ruf, ſchönes Geſchmeide in Gold, Silber und edlen Steinen zu liefern; von hier ward es weit und breit verſchrieben, und alle Fürſten der Um⸗ gegend beſtellten oder entnahmen bei den hieſigen Goldſchmieden ihren Bedarf an Schmuck und Ge⸗
ſchmeide. Der, welcher jetzt auch um ein Kleinod,
wenn gleich um ein beſcheidenes, handelte, war allem Anſchein nach kein Fürſt der Umgegend, ſon⸗ dern, wenn man ihn genauer betrachtete, allenfalls der Dienſtmann eines Höheren, ein Edeljunker oder Knappe. Seine Kleidung war einfach, doch ſchmuck, und deutete auf ritterlichen Stand. Er trug hohe, beſpornte Stiefel, ein Schwert, und auf ſeinem kurzen Lederwams zeigte ſich vorn auf der Bruſt ein Feldzeichen oder Wappenſchild, faſt wie die Wappenſchilde der Herolde angebracht; es beſtand
in einem Balken mit aufwärtsſteigendem ſchwarzen


