Erſtes Kapitel. Der Hafen von Genf.
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Auf der Waſſerſeite der alten Stadt Genf, das heißt derjenigen, welche dem See zugekehrt iſt, eine andere zieht ſich an den Ufern des Rhoden oder der Rhone hin, befanden ſich vor Jahrhunderten allerdings nicht die Paläſte, welche ſie jetzt ſchmucken, immer aber doch viele von den anſehnlichſten Häu⸗ ſern der Stadt. Da erhob ſich das Kaufhaus am Hafen, umgeben von Krahnen, Speichern und Hö⸗ fen, ein Zollgebäude für die Waaren, die mittels der Schifffahrt hier ankamen oder verſendet wurden; Herbergen zeigten ihre Aushängeſchilde weit in den ſchönen See hinein, der mit ſeiner ſmaragdgrünen oder azurblauen Fluth gegen die Hafenmauer des Strandes anſpülte; Läden und Kaufmannsgewölbe, wenn auch nicht in derſelben Pracht, wie dieß in ſpäterer Zeit der Fall wurde, lockten ſchon damals den Ankömmling in ihren verführeriſchen Kreis und
v. Heeringen, der Kaufmann von Luzern. I. 1


